Archiv für den Monat: April 2022

Tag der Arbeit 1. Mai

Nach zwei Jahren mit gebremsten und meist nur digitalen Aktivitäten sollen in diesem Jahr wieder in ganz Deutschland machtvolle Mai-Demonstrationen des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB stattfinden, natürlich auch in Emden.

Hier bei uns beginnt am Sonntag die gewerkschaftliche Veranstaltung um 10:15 Uhr mit einer Demonstration vom Hafentor aus; sie führt in großem Bogen zum Stadtgarten, wo ab 11:30 Uhr eine Kundgebung stattfindet. Vor der Demonstration findet ab 9:30 Uhr ein Gottesdienst statt, und nach dem Ende der Kundgebung geht die Veranstaltung über in ein Familienfest im Stadtgarten.

Das bundesweite Motto des DGB für den 1. Mai 2022

Ursprünglich geht der Tag der Arbeit auf Ereignisse in den USA im Jahr 1886 zurück. Auf dem zweiten Internationalen Arbeiterkongress in Paris wurde beschlossen, sich Plänen des Amerikanischen Arbeiterbundes für eine weltweite Demonstration am 1. Mai 1890 anzuschließen. Damit wurde der 1. Mai zum zentralen Aktions- und Feiertag der Arbeiterinnen und Arbeiter weltweit. In Deutschland unterstützte dies die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP, später SPD) und am 1. Mai 1890 legten etwa 100 000 Menschen ihre Arbeit nieder. Der 1. Mai entwickelte sich danach zum Festtag der Arbeiterbewegung, wurde aber nur 1919 einmalig als gesetzlicher Feiertag begangen.

In der Weimarer Republik war die Arbeiterbewegung gespalten: Während die SPD den 1. Mai als Festtag begehen wollte, betonte die Kommunistische Partei (KPD) den Kampfcharakter des Tages. Als sie 1929 trotz eines Demonstrationsverbots Maidemonstrationen in Berlin organisierte, kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen mit über 30 Toten, Hunderten Verletzten und vielen Verhaftungen, zum sogenannten „Blutmai“. 1933 machten die Nationalsozialisten den 1. Mai zum Feiertag der nationalen Arbeit, besetzten aber am Tag darauf Gewerkschaftshäuser, Arbeiterbanken und Gewerkschaftsblätter. Viele leitende Funktionäre wurden in Konzentrationslagern und Gefängnissen inhaftiert. Die neugegründete Deutsche Arbeitsfront (DAF) sollte das nationalsozialistische Ideal der Volksgemeinschaft darstellen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der 1. Mai 1946 durch die Alliierten als Feiertag bestätigt. In der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR wurden am 1. Mai lange Zeit staatliche Militärparaden inszeniert; Bürgerinnen und Bürger waren verpflichtet, daran teilzunehmen. In der Bundesrepublik nutzten die Gewerkschaften den Tag für Massenkundgebungen mit wechselnden Schwerpunkten und Themen. Trotz oft lebensentscheidender Fragen sind die Maikundgebungen seit Jahren schon nicht mehr so attraktiv wie früher: Folgten 1960 in Berlin noch 750 000 Menschen dem Aufruf, so nahmen 2019 an der offiziellen Kundgebung des DGB am Brandenburger Tor nur noch 13 000 teil.

Heute, nach dem Ende vieler Corona Beschränkungen, muss diese Entwicklung wieder umgekehrt werden; Gründe dazu gibt es genug. Bürgerinnen und Bürger müssen neu die Bereitschaft entwickeln, gemeinsam für gewerkschaftliche Ziele einzutreten. Der DGB und seine Gewerkschaften müssen aber wohl auch über die Formen nachdenken, in denen das Anliegen des 1. Mai präsentiert wird.

Mehr zum Thema im Netz:

Der 1. Mai – Tag der Arbeit in Lebendiges Museum Online

Grafik:

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Ostern 2022

Wohl kaum jemand hätte vor einem Jahr das diesjährige Osterfest in einem so anderen Kontext gesehen, doch die politisch-gesellschaftliche Situation in Europa hat sich durch den militärischen Überfall Russlands auf die Ukraine drastisch verändert. Wir werden damit und vor allem mit den Folgen sicher lange leben müssen; zusammen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie sieht es daher nicht so aus, als ob wir in das Leben, das wir zum Beispiel noch im Jahr 2019 geführt haben, zurückkehren werden.

Aber Ostern ist und bleibt eines der großen vom Christentum geprägten Feste im Laufe eines Jahres. Nutzen wir es für ein Innehalten, für das Sammeln neuer Kräfte.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieser Seiten ein entspannendes Osterfest, eine Pause vom schwieriger werdenden Alltag. Genießen wir auch den beginnenden Frühling, um gestärkt weiterzuleben und uns dann mit neuer für unsere Ziele, Wünsche und Träume einzusetzen.

Quelle Foto:

Peggy Choucair / Pixabay