Archiv der Kategorie: Informationen – Gedanken – Standpunkte

Bei uns herrscht kein Klimanotstand

Ja, es ist Mitte Dezember und es liegt kein Schnee. Ja, es ist etwa 10 Grad warm. Ja, das Klima hat sich verändert und verändert sich wohl weiter. Und ebenfalls ja, es hat bestimmt etwas mit uns Menschen zu tun, die wir die Erde bevölkern und auf ihr leben ! Und nochmals ja, da gilt es nachzudenken, zu forschen und wohl auch Maßnahmen zu ergreifen, wahrscheinlich sogar solche, die nicht allen gefallen werden.

Haben wir aber einen Notstand ? In ganz Europa ? In Deutschland ? In Ostfriesland ? Sind unsere Deiche gebrochen und weite Regionen stehen unter Wasser ? Haben Stürme in ganzen Stadtteilen die Dächer zerstört ? Nein. Nein. Nein.

Egal ob es ein europäisches Parlament beschließt oder ob ein Kreistag debattiert, Notstand ist kein Wort für politische Spiele. Notstand bedeutet eine Gefahrensituation mit großen Ausmaßen und katastrophalen Folgen. Und nicht zuletzt ist Notstand auch ein verfassungsrechtlicher Begriff, der in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine wichtige Rolle gespielt hat; an dieser Stelle sind geschichtliche Kenntnisse recht nützlich.

Wenn dennoch in der aktuellen Diskussion über Klimaveränderungen und andere Umweltfragen von Notstand gesprochen wird, ist das verantwortungslos und verhindert durch Emotionalisierung und Panikmache vernünftige lösungsorientierte Diskussionen. Vielleicht geht es sogar darum, unsere derzeitige gesellschaftliche Ordnung in Frage zu stellen, indem Maßnahmen gefordert werden, die über die geltende Gesetzeslage hinweggehen. Dieser Verdacht entsteht besonders bei Aktionen der Organisationen Extinction Rebellion oder Ende Gelände, wenn davon gesprochen wird, die Politik selbst in die Hände zu nehmen und dabei Gesetzesbruch zu einer akzeptablen weil notwendigen Maßnahme wird. Für die Fridays for Future Bewegung ist bisher nichts Einheitliches zu erkennen; die Tweets und Bilder aus einigen Orten lassen aber aufhorchen.

Auch auf dieser Seite des politischen Spektrums muss eine klare Trennlinie zum Extremismus gezogen werden !

Foto:

Patrick Behn (pixabay.com)

Schulfest in der IGS Emden

Am letzten Freitag im November lud wie immer die Integrierte Gesamtschule IGS zum Schulfest. Dieses Fest verbindet  das jährliche Zusammensein von Schülerinnen und Schülern, des ganzen Kollegiums und der Eltern mit einem Tag der offenen Tür. Es geht darum, die Schule nach innen und aussen zu zeigen und über alles zu informieren sowie einfach mal einen Tag lang mehr als nur Unterricht innerhalb und ausserhalb des Gebäudes zu machen.

Entsprechend wartete ein buntes Programm auf alle Gäste: die schon traditionelle Geisterbahn, eine Reihe von naturwissenschaftlichen Versuchen und zum ersten Mal auch eine Präsentation von Herkunftsländern der ausländischen Schülerinnen und Schüler. Ausgestellt wurden auch Ergebnisse einer Projektwoche Mittelalter im Jahrgang 7 sowie die des Betriebspraktikums in Jahrgang 9. Für alle, die aktiv und kreativ werden wollten, gab es ein Angebot des Fachbereiches Kunst.

Auch auf der Bühne in der Aula wartete auf alle Besucherinnen und Besucher ein buntes Programm. Der Chor des Kollegiums trat auf, junge Deutschlernerinnen und Deutschlerner aus meinem DaZ Kurs präsentierten selbstverfasste Gedichte zur Wortschatzarbeit und der Wahlpflichtkurs Theater aus dem 6. Jahrgang wählte den Superstar der IGS.

Natürlich kamen, wie es sich für ein Fest gehört, auch Essen und Trinken nicht zu kurz: jede Menge Kuchen zum Kaffee, internationale Speisen und Bratwürste, viele Wünsche wurden erfüllt. Wer am Ende nach all den Getränken und Leckereien noch ein paar Euros übrig hatte, konnte diese sinnvoll in ein Los der Tombola des Fördervereins investieren.

Mehr im Netz:

igs-emden.de

Wochenende des Gedenkens

Am Freitag und am Sonnabend vor dem Volkstrauertag gegen Ende des Jahres wurde zum zwölften Mal in Emden eine Verlegung von Stolpersteinen durchgeführt. Dieses Kunstprojekt für Europa wurde von Gunter Demnig vor über 25 Jahren ins Leben gerufen und soll die Erinnerung an vertriebene und vernichtete Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer lebendig erhalten. Die Stolpersteine werden immer vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnort der Geehrten verlegt.

In Emden erinnert der Arbeitskreis Stolpersteine an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aus unserer Stadt. Bei der Verlegung und auch der Pflege der Stolpersteine wird er von Gruppen aus Emder Schulen unterstützt. Diesmal trugen zwei Schülerinnen der Integrierten Gesamtschule sowie zwei Schülerinnen der Berufsbildenden Schulen II Biografien der betroffenen Familien vor. Gunter Demnig nahm wie immer die Verlegung der Steine selbst vor.

Die Aktion Stolpersteine ist in jeder Hinsicht eine Aktion, über die immer wieder geschrieben und geredet werden sollte: einfach und ausserordentlich aussagekräftig. Sie wird von Rat und Verwaltung der Stadt Emden unterstützt, aber auch für alle Bürgerinnen und Bürger, für uns alle gilt: beachten, nachdenken, unterstützen !

Am Sonntag darauf fand auf dem Friedhof Tholenswehr die zentrale Emder Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag statt. In seiner Rede benannte Oberbürgermeister Tim Kruithoff die vielen unterschiedlichen Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft und schlug einen Bogen zu den Gedenktagen des Jahres 2019 vom Versailler Frieden bis zur Öffnung der Berliner Mauer vor 30 Jahren. Schülerinnen und Schüler des Max Windmüller Gymnasiums formulierten einen eindringlichen Appell an alle Erwachsenen, die Welt friedlich zu gestalten.

   

Mehr im Netz:

stolpersteine.de +++ emden.de/kultur/stolpersteine/der-arbeitskreis-in-emden

emden.de/aktuell/gemeinsames-erinnern-gedenkreise-anlaesslich-des-volkstrauertages

Fotos:

Berthold Haase

Start: Informationen – Gedanken – Standpunkte

Seit 20 Jahren habe ich eine statische Netzpräsenz betrieben, zusätzlich später einen wenig genutzten Blog. Eine Zeit lang habe ich jetzt versucht, mich über Twitter in gesellschaftliche Diskussionen einzumischen. Dabei habe ich gesehen, dass das (für mich) kein Mittel für Beiträge zu gesellschaftliche Entwicklungen in Emden, Niedersachsen oder Deutschland ist. Fast alle Themen und Probleme lassen sich fundiert und begründet kaum in wenigen Sätzen klar und deutlich kommentieren. Ich möchte aber mit erweitertem Spielraum Stellung beziehen. Ähnlich sehe ich für mich die Möglichkeiten von Facebook oder Instagram. Daher wird es dort überall nur gelegentliche kurze Bemerkungen geben; hier ist der Ort für Standpunkte mit Argumentation.

Diese neue Präsenz verbindet auch die Vorteile von statischer Website mit denen eines dynamischen Blogs. Hier auf der Startseite gibt es von mir verfasste Beiträge, vielleicht auch Auszüge aus Presseartikeln oder Verweise auf Texte im Netz; dazu Berichte oder Kommentare zu aktuellen Ereignissen. Daneben behalte ich auf anderen Seiten einen großen Teil des Inhaltes meiner bisherigen Netzpräsenz in neuer Form bei: Stationen meines Lebens in Text und Bild, Berichte aus der Arbeitswelt als Lehrer und Überblicke zu meinen politischen Aktivitäten in Emden und Umgebung.

Auf Reaktionen freue ich mich, und ich werde versuchen, darauf einzugehen.