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59 Jahre Berliner Mauer

Am 13. August 1961 feierte meine Familie wie in jedem Jahr den Geburtstag meines Vaters; ich hatte Sommerferien und stand vor dem Übergang von der Grundschule zum Gymnasium. Zur Geburtstagsfeier kam am Nachmittag die Familie in der Wohnung meiner Eltern zusammen, unter ihnen auch mein Onkel Helmut, der aus Chemnitz, dem damaligen Karl-Marx-Stadt in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik, stammte. Dort lebte auch seine gesamte Familie, während er nach 1945 in Emden geblieben war.

Wir saßen schon eine Zeit lang bei Tee und Kuchen, als Helmut in die Runde stürmte: „Jetzt haben sie alles dicht gemacht !“ Er fürchtete natürlich zuerst um das ganz Persönliche, um die Möglichkeit, seine Eltern und seine Schwester bald wieder zu sehen. Er sollte Recht behalten. Die Diskussion ging dann aber schnell weit darüber hinaus und ich erinnere mich, dass sogar die Angst vor einem neuen Krieg wieder hochkam; von den Russen und den Amerikanern war die Rede. In den Geschichtsbüchern wird heute die Bezeichnung Kalter Krieg benutzt,

Reste der Berliner Mauer im Jahre 2004

69 Jahre später wissen wir mehr: Durch den Bau der Berliner Mauer gab es keinen Krieg, auch nicht 1962 wegen der Kuba-Krise und und nicht 1968 nach dem Einmarsch von Warschauer Pakt Truppen in Prag. Die Mauer trennte Berlin bis 1989; aus heutiger Sicht liegt ihr Zusammenbruch in Jahren bereits länger zurück als sie bestanden hat. Welche Bedeutung hat das Bestehen der Mauer jetzt noch, warum muss an ihre Existenz erinnert werden ?

Foto:

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