Eine Mauer durch Berlin

Am 13. August 1961 feierte meine Familie wie in jedem Jahr den Geburtstag meines Vaters. Wir saßen an diesem Sonntag schon im Wohnzimmer der Wohnung meiner Eltern in Emden zusammen, als mein Onkel Helmut hereinstürmte, der aus Chemnitz stammte, dem damaligen Karl-Marx-Stadt in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Dort lebte auch noch seine gesamte Familie, während er als Marineangehöriger 1945 in Emden geblieben war.

Reste der Berliner Mauer im Jahr 2004

Seine ersten Worte waren: „Jetzt haben sie alles dicht gemacht !“ Er fürchtete zuerst um das ganz Persönliche, um die Möglichkeit, seine Eltern und seine Schwester bald wieder zu sehen. Und er sollte Recht behalten. Das Gespräch und die Diskussionen aber gingen dann schnell weit darüber hinaus, und ich erinnere mich, dass auch die Angst vor einem neuen Krieg wieder hochkam; von den Russen und den Amerikanern sprachen die Erwachsenen und ihre Stimmen klangen nicht sehr beruhigend. 1945 lag schließlich gerade mal 16 Jahre zurück.

60 Jahre später wissen wir mehr: Durch den Bau der Berliner Mauer gab es keinen realen Krieg, wie auch nicht ein Jahr später wegen der Kuba-Krise und nicht 1968 nach dem Einmarsch von Truppen der Staaten des Warschauer Paktes in Prag. In den Geschichtsbüchern wird heute vom Kalten Krieg geschrieben. Die Mauer aber blieb erst einmal und trennte Berlin bis 1989; aus heutiger Sicht liegt ihr Zusammenbruch in Jahren jedoch schon länger zurück als sie bestanden hat.

Nicht vergessen oder ignorieren, sondern informieren, zum Beispiel als Einstieg im Lebendigen Museum Online https://www.hdg.de/…/mauerbau/13-august-1961-mauerbau.html.

Foto Wikimedia Commons / Wici

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.