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Stolpersteine nun auch in Wolthusen

Gunter Demnig war wieder in Emden und hat zum nun schon 15. Mal seine Stolpersteine verlegt, diesmal auch im Ortsteil Wolthusen. Mit seinem inzwischen europaweiten Projekt schafft Demnig ein dezentrales Mahnmal inmitten von Städten und Gemeinden, an den Orten, an denen die jeweiligen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zuletzt gelebt haben. Jedem und jeder Verfolgten, Deportierten, in den Tod Getriebenen oder Ermordeten wird mit dem Stolperstein ein Denkmal gesetzt, indem mit dem Namen die Erinnerung an jeden einzelnen Menschen lebendig gehalten wird.

Bei der aktuellen Aktion in Emden wurde an insgesamt 25 Menschen erinnert, die in unterschiedlicher Weise Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. So sind es in der Wolthuser Straße zum Beispiel fünf Steine, die an den aus den Niederlanden in den 20er Jahren nach Ostfriesland übergesiedelten jüdischen Viehhändler Aron de Leeuw und seine Familie erinnern, die deportiert und in Lagern ermordet wurde. In der Nordertorstraße hingegen wird mit einem Stein das Gedenken an Henry Mellendorf wachgehalten, der im Emder Widerstand tätig war und dabei Opfer politischer Verfolgung wurde.

Für jeden Menschen, der in der aktuellen Verlegung mit einem Stolperstein geehrt wurde, trugen Schülerinnen und Schüler verschiedener Emder Schulen eine jeweilige kurze Biografie vor, die die knappen Angaben des Steines selbst erweiterte und erläuterte. Die Angaben dazu wurden von Mitgliedern des Arbeitskreises Stolpersteine Emden recherchiert, die auch in Zusammenarbeit mit Gunter Demnig die Emder Aktion organsiert haben.

Die Stolpersteine der 15. Verlegung erinnern an Berend Hündling sowie an Hermann,Clara, Arthur, Else, Arno, Philipp, Kurt und Mathilde Hartogsohn. Desweiteren werden die Namen Arent, Kornelia, Simon und Ludwig Gans wachgehalten wie auch der von Gesine Lüken. Schließlich wird erinnert an Josef, Henriette, Grete, Iwan und Ryfka Wolff, an Aron, Hermina, Max, Nico und Siegfried de Leeuw sowie an Henry Mellendorf.

Das Projekt Stolpersteine ist ein wichtiger Bestandteil der Bemühungen in unserer Gesellschaft, dem Vergessen entgegenzutreten, auch wenn die Zeitzeugen mit ihren selbst erlebten und daher so eindringlichen Berichten immer weniger werden. Es zeigt, dass Deutschland sich täglich seiner historischen Verantwortung stellt und hier auch eine (von vielen) Möglichkeiten gefunden hat, bei der schulisches Lernen und Alltagsleben miteinander verbunden sind.

Mehr zum Thema im Netz:

Internetpräsenz von Gunter Demnig

Artikel Stolpersteine in Wikipedia

Quelle Foto:

Berthold Haase