Meinungsfreiheit und Corona

Meinungsfreiheit bedeutet: Ich kann eigene Gedanken, meine Gedanken, öffentlich sagen oder schreiben, ohne Angst davor zu haben, zum Beispiel eingesperrt oder verprügelt zu werden. Diese Gefahr besteht bei uns nur in sehr geringem Maße, aber umsomehr entwickelt sich gerade die Gefahr, aus Gemeinschaften verwiesen zu werden.

Meinungsfreiheit ist nicht einfach ein Grundsatz, sie ist ein in der Verfassung garantiertes Grundrecht. Es gilt für alle Themen und Probleme, auch während der nun schon über eineinhalb Jahre andauernden Corona-Pandemie. Und es  gilt für alle Menschen, was auch bedeutet, dass anderen Gedanken, natürlich auch meinen, widersprochen werden darf. So etwas heißt dann Meinungsaustausch und gehört zum gesellschaftlichen Miteinander.

Sinnvoller, ehrlich gemeinter Meinungsaustausch findet nur statt, wenn abweichende Meinungen angehört werden, wenn über sie nachgedacht wird und vor allem, wenn in respektvoller Form auf sie reagiert wird. Zum respektvollen Meinungsaustausch gehört nicht das Schreien, das Beleidigen oder das Diskreditieren, auch nicht das Verächtlich-machen und das voreilige In-eine-Schublade-stecken, und schon gar  nicht das Bedrohen, womit auch immer.

Meinungsfreiheit dient der positiven Entwicklung in der Gesellschaft, weil es Schwachstellen im System aufdecken kann oder Widersprüche in Argumentationsketten und Begründungszusammenhängen. Sie schützt auch Minderheiten, die so die Gelegenheit bekommen, besondere Sichtweisen in Diskussionsprozesse einzubringen. Das Praktizieren von  Meinungsfreiheit kann unbequem sein und Entscheidungsprozesse verlangsamen, aber ohne Garantie für dieses Grundrecht gibt es keine demokratische Ordnung.

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