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Nachdenktage: 13. August 1961

Der 13. August 1961 ist einer der historisch bedeutenden Tage, an den ich mich noch selbst wirklich gut erinnern kann. An diesem Tag feierte meine Familie wie in jedem Jahr den Geburtstag meines Vaters und wir saßen bereits im Wohnzimmer der Wohnung meiner Eltern in Emden zusammen. Plötzlich stürmte mein Onkel Helmut herein, der aus Chemnitz stammte, dem damaligen Karl-Marx-Stadt in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Dort lebte noch seine Familie, während er als Marineangehöriger 1945 in Emden geblieben war.

Seine ersten Worte waren: „Jetzt haben sie alles dicht gemacht !“ Er fürchtete zunächst um das ganz Persönliche, um die Möglichkeit, seine Eltern und seine Schwester bald wieder zu sehen. Und er sollte Recht behalten. Das Gespräch und die Diskussionen aber gingen dann schnell weit darüber hinaus, und ich erinnere mich, dass auch die Angst vor einem neuen Krieg wieder hochkam; von den Russen und den Amerikanern sprachen die Erwachsenen und ihre Stimmen klangen nicht sehr beruhigend. 1945 lag schließlich gerade mal 16 Jahre zurück.

60 Jahre später wissen wir mehr: Wegen des Baus der Berliner Mauer gab es keinen realen Krieg, wie auch nicht ein Jahr später wegen der Kuba-Krise und nicht 1968 nach dem Einmarsch von Truppen der Staaten des Warschauer Paktes in Prag. In den Geschichtsbüchern heißt das heute Kalter Krieg. Die Berliner Mauer aber blieb erst einmal und trennte die Stadt bis 1989; aus heutiger Sicht liegt ihr Zusammenbruch in Jahren schon länger zurück als sie überhaupt bestanden hat.

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Foto: Wici / Wikimedia Commons

Und: Im Laufe des Jahres gibt es viele Nachdenktage.